Dicke Kinder – niedlicher Babyspeck oder ein ernstes Problem?

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Dicke Kinder sind ein heikles Thema. Ich habe mich entschieden es dennoch ganz direkt zu sagen und auf nette Formulierungen an dieser Stelle zu verzichten.
Das Thema Ernährung ist allgegenwärtig und auch Kindergärten und Schulen versuchen immer mehr Aufmerksamkeit dafür zu schaffen. Aber es kommt scheinbar nicht an in unseren Köpfen. Denn die Zahlen sind erschreckend.

 

Wie viele Kinder und Jugendliche sind betroffen?

Fast 30 Prozent der Schulkinder und 41 Prozent der Erwachsenen sind in Österreich übergewichtig oder adipös, also Fettleibig.
In Österreich ist knapp jeder Dritte Junge der dritten Schulstufe übergewichtig.

Bei den Erwachsenen ist Übergewicht noch häufiger als bei Kindern. Laut dem Österreichischen Ernährungsbericht 2017 sind 41 Prozent der 18- bis 64-Jährigen – das ist fast jede zweite Person – übergewichtig oder adipös.

In Deutschland sieht das nicht viel anders aus. Dort sind rund 15 Prozent der Kinder und Teenager zwischen drei und 17 Jahren zu dick. Fast 6 Prozent sind sogar fettleibig.

Diese Kinder werden nicht nur gehänselt. Sie haben Krankheiten die sonst nur Erwachsene haben. Gelenke zeigen früher Verschleiß Erscheinungen und der Stoffwechsel gerät aus dem Lot. Die langfristigen Gefahren werden häufig unterschätzt. Bist du mit 40 Jahren Normalgewichtig, warst aber als Kind übergewichtig, so ist dein Risiko an Herz-Kreislauf-Erkrankungen doppelt so hoch.

Was oft noch schlimmer ist, als die körperlichen Probleme, ist die leidende Seele.  Übergewichtige entwickeln oft psychische Probleme.

 

Kinder möglichst früh in öffentliche Betreuungseinrichtungen

Bei meinen Recherchen zu diesem Artikel bin ich auf einige Haarsträubende Fakten gestoßen. Zum Teil empfehlen Experten, Kinder möglichst früh in Krippen und anderen öffentlichen Einrichtungen unterzubringen. Dort lernen sie gesunde Ernährung und werden entsprechend versorgt.

Wenn ich solche aussagen lese, frage ich mich wirklich ob das denn so stimmen kann? Sind Eltern heute nicht mehr in der Lage in ihre Kinder abwechslungsreich und gesund zu ernähren? Soll gesunde Ernährung Aufgabe von Kindergarten und Schule sein?

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Gegessen wird was auf den Tisch kommt

Vom ersten Fläschchen und vom ersten Löffel an, haben wir Eltern es in der Hand. Es ist unsere Aufgabe Kindern einen angemessenen Umgang mit Essen zu vermitteln.

Ich habe meinen Kindern immer und immer wieder gesagt, wenn sie satt sind, sollen sie aufhören zu essen. Das Teller muss nicht leer sein. Es muss nicht aufgegessen werden.

Wir Eltern steuern was und wie viel unsere Kinder essen und auch trinken. Denn oftmals sind es auch die süßen Säfte und Tassen mit Kakao, über die wir zu wenig nachdenken. Wir sollten uns dieser Verantwortung bewusst sein.

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Generation Smartphone

Kinder spielen schon im Kindergartenalter am Tablet und Handy, anstatt mit einem Ball durch den Garten zu toben. Unsere Einkäufe erledigen wir mit einem Klick und müssen, wenn wir nicht wollen, bald gar nicht mehr aus dem Haus. Der Mangel an Bewegung ist einer der größten Faktoren wenn es um den Kampf gegen das Übergewicht geht.

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Ich liebe Onlineshopping, meine Kinder spielen am Tablet und ja, sie sehen Fern.
Meine Kinder spielen oder schauen aber niemals alleine. Ich bin immer dabei und ich bestimme wie lange die Kinder diese Medien nutzen.

Ich finde es gehört in unserer Zeit einfach dazu und ich möchte, dass meine Kinder einen geregelten und sicheren Umgang mit diesen Medien erlernen. Ich wähle die Spiele und Serien für meine Kinder sehr genau aus und begrenze die Zeit.

Als Ausgleich, zur Schule und all den sitzenden Aktivitäten, müssen wir unsere Kinder ermutigen sich aktiv zu bewegen. Geht es darum sich zwischen Musikschule, Englischkurs und Kinderturnen zu entscheiden, fällt die Wahl häufig auf ein zusätzliches Bildungsangebot. Wir Mamas haben scheinbar das Gefühl, zusätzliche Bildung sei besonders wichtig. Doch was kann wichtiger sein, als die Gesundheit unserer Kinder?

Wie bei allem im Leben ist es die Mischung die es macht. Wenn es regnet wird mal in Matschepfützen gesprungen und mal drinnen am Handy eine Serie geschaut.

 

Ist mein Kind zu dick?

Neue Studien zeigen, dass 55% der Mütter und Väter das Gewicht ihrer Kinder unterschätzen. Bei Erwachsenen dient als Richtwert der Body-Maß-Index (BMI). Berechnet wird er so: Körpergewicht geteilt durch die Körpergröße zum Quadrat. Liegt der errechnete Wert über 25, liegt Übergewicht vor, über 30 sogar Adipositas.
Speziell für Kinder ist diese Art der Berechnung aber eher ungeeignet.

Es sollte immer der Entwicklungsstand eines Kindes im Vergleich zum Durchschnitt berücksichtigt werden. Dafür gibt es die sogenannte Perzentil Tabelle. Anhand dieser Tabellen überprüfen auch Kinderärzte die Entwicklung von Gewicht und Körpergröße von Kindern.

 

Welches Vorbild sind wir für unsere Kinder?

Kinder beobachten uns und lernen. Immer und überall. Wenn wir nun den ganzen Tag auf dem Sofa sitzen und Chips in uns stopfen. Lernen sie nicht durch die Wiese zu laufen und einen Apfel vom Baum zu pflücken.

Doch nicht immer sind die Eltern von übergewichtigen Kindern selbst dick. Viele Mütter achten selbst sehr genau auf ihre Ernährung und ihren After Baby Body. Babys und Kinder sehen sie aber mit anderen Augen. Der erste Babyspeck wird noch als niedlich bezeichnet, dann heißt es: „Ach er wächst doch noch“. Später dann kommen Aussagen wie: „Sie mag aber gar kein Obst“ oder „Sonst isst er mir ja nichts“ und „Das wird schon“.

Häufig sind auch nicht die Mahlzeiten das Problem. Es sind die vielen kleinen Snacks und Leckereien dazwischen, die süßen Limonaden und die simple Tatsache, dass ständig irgendwas gegessen wird. Es gibt kaum Pausen zwischen den Mahlzeiten.

 

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Was kann ich tun, wenn mein Kind zu viel wiegt?

Ohne die konsequente Unterstützung der Familie kann dein Kind es nicht schaffen.

Zuerst ist es wichtig sich klar zu werden, was dazu geführt hat. Mangelt es an Bewegung? Ist die Ernährung zu einseitig oder ungesund? Werden zu viele süße Getränke konsumiert? Nur in sehr wenigen Fällen liegt ein medizinischer Grund für die überschüssigen Kilos vor.

Nur mit einer konsequenten Umstellung der Ernährung und mit viel Bewegung kann ein langfristiger Erfolg geschaffen werden. Auch Beratungsstellen oder der Kinderarzt können weiterhelfen und einen gemeinsamen Plan erarbeiten.

 

Wichtige Phase vor der Einschulung

Die Zeit zwischen dem 2. und 6. Lebensjahr halten Wissenschaftler für besonders Kritisch. Wenn Kinder in diesem Alter übergewichtig sind, bleibt es zumeist dabei!

Forscher sollen herausgefunden haben, dass Kinder, die sich im Alter von fünf Jahren besonders aktiv bewegen, im späteren Leben besser vor Übergewicht geschützt sind, selbst wenn sie dann keinen aktiven Sport mehr treiben. Vermutlich entwickeln aktive Kinder weniger Fettzellen und eine verbesserte Ansprache auf Insulin.

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Ist ein Kind übergewichtig oder gar fettleibig, so ist es nie die Schuld des Kindes.

Wir Eltern haben eine Verantwortung. Diese Verantwortung schließt auch Ernährung und Bewegung unserer Kinder mitein.

 

 

 

 

Quellen: http://www.gesundheit.gv.at

Ergebnisse einer Studie der WHO („Childhood Obesity Surveillance Initiative“, kurz COSI)

Verfasst von

Beim ErdnussFrosch geht es um meine Familie, meinen Alltag und unsere Reisen. Es geht darum was wir gemeinsam erleben, was uns aufregt und was uns inspiriert. Der Blog ist seit November 2018 online und ich wünsche mir, dass du ihn gerne liest, Spaß hast und regelmäßig rein schaust. Begleite mich und meine Familie ein Stück auf dem Weg. Wohin? Mal sehen…

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